29.April und der Herzinfarkt

Herzinfarkt

Ich schreibe sonst nicht wirklich viel Privates und doch möchte ich das einfach für mich machen. Mir ist wichtig, dass ich selber von jetzt an die Fortschritte sehe, die ich langsam mache. Ich war zwar nicht immer komplett gesund, doch am 29 April 2016 änderte sich mein Leben von einer Sekunde auf die andere. Ich hatte zwar am Donnerstag, also einen Tag davor schon schmerzen, schob das aber auf meine Galle, die immer wieder, Probleme machte. Der Schmerz wurde weniger und so habe ich Haushalt und alles andere wie gewohnt weiter gemacht. In der Nacht auf den 29. Kam der Schmerz wieder. Er war nicht erträglich und ich lief die ganze Nacht umher, habe Schmerzmittel genommen und irgendwas stimmte nicht. Also morgens jemand organisiert der auf die Kinder aufpasst und ab zum Arzt. Bis dahin dachte ich immer noch an meine Galle und dachte ich bekomme einfach eine Spritze und kann wieder nach Hause. Ich dachte nicht an einen Herzinfarkt, nicht in meinen Alter.

Horror Nacht und es wurde schlimmer

Ich hatte Schmerzen im linken Arm, nicht so dolle und war die Erste beim Arzt. Er untersuchte mich, Blutabnahme und es wurde ein Schnelltest gemacht auf Herzinfarkt. Die Sprechstundenhilfen sahen besorgt aus und dann musste ich noch ans EKG. Der Arzt kam dann noch einmal und sagte: „Frau Queißer Sie haben einen Herzinfarkt“. Ich bekam was in Mund gespritzt und wollte doch nach Hause. Leider ging das nicht, es wurde ein Rettungswagen und Notarzt gerufen und ich konnte nur noch schnell meine Mutter anrufen, mit den Worten „Kümmere Dich bitte um meine Kinder“. Ich weinte, war fix und alle. Der Notarzt und der Rettungswagen kamen, ich wurde ans EKG angeschlossen, bekam einen Zugang und dann ging es in den RTW. Mit Sonderrechten ins Krankenhaus, dort gleich in den OP und ich war durcheinander. Ich konnte nicht einmal weinen so schlecht ging es mir.

Herzkatheter und ein Stant war der nächste Schritt beim Herzinfarkt

Im Op bekam ich dann einen Stant gesetzt. Ich weiß nicht, wie lange das dauerte, doch ich war ruhig, kam dann auf die intensiv Station und wurde dort gut betreut. Es wurden noch viele Untersuchungen gemacht und ich war im Kopf immer bei meinen Kindern, mein Zuhause und konnte alles nicht begreifen. Warum ich? Ich habe in den letzten 6 Monaten über 30 KG abgenommen, habe mich anders ernährt und wollte am liebsten nach Hause. Das war aber nicht möglich und so lag ich auf der Intensiven, bekam kurz Besuch und die erste Nacht war unruhig. Wenn ich an meine Gedanken zurückdenke, die waren nicht komisch, sondern eher ruhig und gelassen. Ich wusste, dass man sich um alles kümmert und doch fehlte mir meine Familie.

Entlassen und der neue Weg nach dem Herzinfarkt

Ich lag bis dienstags auf der Intensiven und kam dann auf die normale Station. Ich war zwar noch wackelig auf meinen Beinen und doch wollte ich nach Hause. Mittwochs war es dann so weit, auch wenn die Ärzte nicht glücklich waren. Es war alles so ungewohnt, der Weg zum Taxi war lang und anstrengend und ich war glücklich, dass ich in der Wohnung ankam. Von jetzt an ist nichts mehr, wie es war. Ich konnte kaum laufen, musste immer wieder Pausen machen. Schwer tragen, heben und überhaupt durfte ich nichts machen. Ich muss Freunde, Familie und Nachbarn fragen. Ich sitze hier, bekomme nach ein paar Schritten nicht so viel Luft, muss alles sehr langsam machen und bin froh, dass ich Unterstützung habe. Der Kopf sagt, Du musst das und das noch machen, nur der Körper sagt nein. Ich muss Medikamente nehmen und das bis ans Ende meines Lebens, meine Ernährung ist nun komplett umgestellt und ich darf keine Brause und Co mehr trinken. Das hatte ich doch zu viel in den Wochen davor.